Pilze im Winter
... wirklich?
Pilze gibt es zu jeder Jahreszeit, nicht nur im Herbst - wie die meisten Menschen glauben.
Gerade im Winter laufen manche Pilze zu Höchstform auf, da sie erst bei frostigen Temperaturen Fruchtkörper bilden. Dazu zählen beispielsweise Austernseitling, Samtfußrübling, Frostschneckling oder auch Winter-Trompetenschnitzling und -porling.
Die besten Winterfunde gelingen nach Tagen mit Tauwetter oder nach einer Frostperiode bei milderen Temperaturen zwischen 0 und 10 °C und hoher Feuchtigkeit.
Haareis ... ein Winterphänomen
Haareis (auch Eiswolle oder Engelshaar genannt) ist ein faszinierendes, seltenes Naturphänomen, bei dem feine, weiße Eisfäden aus totem Holz wachsen. Die watteartigen Gebilde sind oft nur 0,02 Millimeter dick und können bis zu 20 Zentimeter lang werden (aus Wikipedia entnommen).
1. Der Auslöser: Das Totholz (meist morsche Äste von Laubbäumen wie Buche oder Eiche) muss von dem winteraktiven Rindenpilz Exidiopsis effusa (Rosagetönte Gallertkruste) besiedelt sein.
2. Der Stoffwechsel: Der Pilz zersetzt das Holz und setzt dabei durch seinen aeroben Stoffwechsel Gase und Wasser frei.
3. Das Wachstum: Der Gasdruck presst das im Holz enthaltene, flüssige Wasser durch winzige Holzporen an die Oberfläche.
4. Der Formeffekt: An der kalten Luft gefriert das Wasser sofort. Bestimmte organische Abbaustoffe des Pilzes (wie Lignin) wirken dabei als Kristallisationshemmer. Sie verhindern, dass sich große, klumpige Eiskristalle bilden. Stattdessen friert das Wasser in hauchdünnen Fäden aus.
5. Wachstum von der Basis: Anders als Eiszapfen wächst Haareis von unten nach oben. Nachströmendes Wasser gefriert an der Austrittsstelle und schiebt den bereits gefrorenen Faden mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 bis 10 Millimetern pro Stunde vor sich her.